Jenseits vom Tellerrand – neue Aufgaben des Bauingenieurs

Bedingt durch die erweiterten Aufgabenfelder wie Projektmanagement und -controlling, Vertragswesen, Marketing und Projektentwicklung, Finanzierung und Facility Management, sollten Sie betriebswirtschaftliche und juristische Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben. Prüfen Sie Ihre Lehrpläne darauf hin. Einige Hochschulen haben bereits hierfür neue Studienrichtungen oder interdisziplinäre Studiengänge (etwa für Baubetriebswirtschaft oder Baumanagement, Immobilien- und Infrastrukturmanagement oder Immobilienökonomie etc.) eingerichtet. Angebote, mit denen Sie sich unbedingt beschäftigen sollten!

Der Weg zum eigenen Profil:

Typische Vertiefungsrichtungen

  • Konstruktiver Ingenieurbau (Beton-, Holz- und Stahlbau, statische Berechnung von Bauwerken, Baustoffe)
  • Geotechnik (unterirdische oder erdberührende Bauwerke, Statik der Böden, Geomechanik)
  • Baubetrieb (Baustellenmanagement, Bauausführung, Baubetriebswirtschaft)
  • Wasserwesen und Abfallwirtschaft (Hydrologie, Wasserwirtschaft, Wasserbauwerke)
  • Verkehrswesen (Straßen- und Eisenbahnbau, Flughäfen, Verkehrslenkung)
  • Stadtbauwesen (städtische Infrastrukturen Landesplanung, Baukultur, Soziologie)
  • Allgemeiner Ausbau (technische Gebäudeausrüstung, Schlüsselfertigbau, Bauen im Bestand)

Es gibt eine Reihe weiterer, hier nicht aufgezählter Vertiefungsschwerpunkte. Zum Teil werden hierzu eigene Aufbaustudiengänge (Abschluss Master) angeboten.

Und nach dem Studium

haben Sie die Wahl zwischen drei Gruppen von Arbeitgebern:

  • Das volle Programm: Die Arbeit im Bauunternehmen

    Eröffnet ein breites Spektrum – von der Planung über die Konstruktion und Berechnung bis zur Ausführung. Der Hochschulabgänger erhält ein intensives „Training on the Job“ und wird so Oberbauleiter, Abteilungsleiter oder Niederlassungsleiter – im In- oder Ausland. Zunehmend gefragt sind Projektentwickler. Sie übernehmen die komplette Projektierung und Vermarktung von Industrieanlagen, Wohn- und Wirtschaftsgebäuden, von Verkehrswegen und Umweltschutzbauten. Konstrukteure und Statiker sorgen für die Standsicherheit, die Gebrauchsfähigkeit und die wirtschaftliche Bemessung der Bauwerke. Bauleiter sind heute Manager, die voll verantwortlich das Bauteam führen und den Geräte-, Material- und Personaleinsatz koordinieren.

  • Ingenieurbüros: Alleskönner gesucht

    Im Ingenieurbüro übernimmt der Bauingenieur Aufgaben der Bereiche Planung, Genehmigungen, Konstruktion, Berechnung, Überwachung und Steuerung von Bauvorhaben – viele kreative Aspekte (z.B. Ideenwettbewerbe) inbegriffen. Einzelne Büros spezialisieren sich auf Sondergebiete wie Verkehrsplanung, kommunalen Tiefbau, Umweltverträglichkeitsprüfung oder Projektsteuerung.

  • Im Öffentlichen Dienst

    Im Öffentlichen Dienst übernimmt der Bauingenieur hoheitliche Aufgaben im Rahmen der Bauüberwachung. Er ist unter anderem für Raumplanung, Verkehrswege, Wasserhaushalt und Umweltschutz verantwortlich. Und tritt hier auch als Bauherr auf. Bauingenieure arbeiten im „gehobenen“ und im „höheren“ Dienst.

Chancen, so weit das Auge reicht

Weitere potenzielle Arbeitgeber für Bauingenieure sind die Deutsche Bahn AG und die Deutsche Telekom AG, Verkehrsunternehmen und zahlreiche Zweckverbände, die meist regional für die Wassergewinnung und Abwasserbeseitigung zuständig sind. Darüber hinaus wendet sich ein Teil der Hochschulabgänger der Baustoffindustrie, der Baumaschinenindustrie, den Bauabteilungen privater Bauherren und den Verbänden der Bauwirtschaft zu oder verbleibt in der Hochschulforschung.

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